Von den Bakterien zum Krebs

Was haben die Genmanipulation von Bakterien und die Entstehung von Krebszellen gemeinsam? Bei beiden geht es um den Einfluß auf die Regulation von Produktionsprozessen, den Transport und den Abbau von Stoffen. Im ersten Fall versucht man ein bestimmtes Produkt gezielt zu herzustellen, im zweiten Fall versucht man zu verstehen, was alles schief gegangen ist, dass Krebs entstehen konnte - und wie man dies verhindern kann.

Die Kernfrage, der ich nachgegangen bin, war: warum metastasiert Hautkrebs so schnell und welche Rolle spielt "mein" Molekül dabei. Dazu ging ich an die Ludwig-Maximilian-Universität in München. Am Institut für Immunologie habe ich dann bei Frau Prof. Johnson "die transkiptionelle Regulation des humanen interzellulären Adhäsionsmoleküls-1 (ICAM-1)" untersucht.

Zur Erforschung bestimmter Regulatoren forschte ich für einige Monate am Howard Hughes Medical Institute der Yale University School of Medicine, USA im Labor von Prof. Pober bei Dave R. Johnson. Freundlicherweise wurde das Vorhaben durch ein Stipendium von Boehringer Ingelheim untersützt.

Und was kam raus? Gute Frage, vier Forscherjahre reichen leider nicht um die Frage eindeutig zu beantworten. Vor allem dann nicht, wenn der Großteil der Zeit der praktischen Arbeit gewidmet ist. Auf jeden Fall wusste ich am Ende sehr viel von sehr wenig. Und irgendwie ist es auch schade, wenn man sich weltweit nur noch mit einem Dutzend von Leuten über das unterhalten kann, was man gerade erforscht.
Wer es etwas genauer wissen will, sei auf meine Publikationen verwiesen oder auf aktuellere Forschungsergebnisse.

Publikationsliste: 

PNAS 1996 93: 14586-14591

J. Biol. Chem. 1996 271: 16317-16322

Eur. J. Biochem. 1995 228: 439-446

Immunobiol. 1995 193: 305-314

FEBS L. 1994 354: 220-226

Immunobiol. 1993 189: 72

Melanoma Res. 1993 3: 67