Was hat denn Biologie mit Logistik zu tun?

Diese Frage drängt sich geradezu auf. Der naheliegenste Weg ist es sicher nicht zunächst sich mit der Wissenschaft des Lebens (eben Biologie) zu beschäftigen, um dann Logistikzentren zu leiten und Prozesse zu optimieren. Doch bei genauer Betrachtung haben Biologie und Logistik vieles gemeinsam und neuerdings bewegen sie sich sogar aufeinander zu.

Denken Sie an die Vorgänge in Ihrem Körper. Was unterscheidet die Produktionsvorgänge in Ihrem Körper (Wachstum von Knochen, Haut, Muskeln, Erzeugung von Wärmeenergie, Beschleunigung etc.) vom Bau eines Autos oder dem Betrieb eines Kraftwerkes? Nichts wesentliches: es sind Grundstoffe notwendig, die transportiert werden müssen, es entstehen Abfallstoffe, die entsorgt werden wollen und es ist Energie notwendig, die erzeugt werden muss. Das gleiche Prinzip gilt für jede einzelne Zelle und jeden Organismus. Ohne Logistik geht auch hier nichts.

Jedes Ökosystem ist eine komplexe, sich dynamisch verändernde Einheit. Auf Änderungen wird reagiert und zwar nicht immer nur linear an einer Stelle, sondern eben vielfach und vielfältig. Gleiches gilt für die Steuerung eines Körpers oder einer Zelle. Gerät das System aus dem Gleichgewicht, kippt ein See, entstehen Plagen, stockt das Herz, entwickelt sich Krebs. Vergleichbare Probleme entstehen in der Logsitik: die Produktion steht, weil Nachschub fehlt, die Halle ist voll, weil der Abfluss stockt, die Effektivität sinkt, weil Wege blockiert sind.

Ein wesentlicher Unterschied liegt (noch) in den Grundprinzipien der Steuerung. Logistische Steuerungssysteme sind heutzutage i.d.R. zentral ausgerichtet. Es gibt ein System, das steuert. Hier laufen alle Daten zusammen, hier wird entschieden. Ein Schwarm Vögel oder Fische, Ameisen oder Bienen funktionieren anders. Hier kommuniziert jede Einheit mit der anderen. Autonome, selbstgesteuerte Einheiten. Das ist es, wonach die Logistik strebt und woran die Wissenschaft arbeitet.  

Die Vereinigung von Logistik und Informationstechniologie mit den Prinzipien der Natur werden die Welt verändern. Da können Erfahrungen aus der Biologie, Informatik und Logistik nicht schaden...

Wie sehen Sie das? Über Kommentare  und Anregungen freue ich mich.

Ihr

                                                        

Andreas Jahnke